Alles im Büro der 'Kabinata' lief standardmäßig ruhig und lustig ab, bis Zhivko und Sasho einen riesigen Kasten herbeigeschleppt hatten, der sich als ein Server herausstellte. Das Ungetüm sollte die Online-Übertragung der Bulgarian Web Awards 2009 bedienen. Und dann begann eins...
Die Maschine mit acht Prozessoren brummte so laut, dass sie einen Presslufthammer, eine Bohrmaschine und einen Schleifer zusammen übertönte. Aber das war noch nicht alles. Durch eine Verkettung von Umständen war ich das einzige Objekt für die Kameraeinstellung. Keine zehn Minuten vergingen und Sasho 'Ani, beweg dich ein bisschen. Jetzt so. Jetzt anders'. Wenn jemand uns hören würde, ohne zu wissen, was wir tun, würde es wie eine Geschichte über das Nichts klingen. Aber auch das war ein weißer Rabe.
Als etwas in diesem Dschungel klemmte, verlor ich völlig den Überblick über das Bulgarische neben Todor und Sasho. Diese beiden ordneten alles so, dass ich mich fragte, ob sie gerade fluchen oder friedlich murmeln? Kein einziges Wort verstand ich. Gut, dass sie Präpositionen wie 'na', 'za', 'da' verwendeten, um klarzumachen, dass sie neben Computertermini auch Bulgarisch verwenden.
Eines Morgens, während ich gemütlich auf der Terrasse Kaffee trank, stöhnte Sasho auf, dass sie bis Mitternacht mit dem brummenden Kasten gekämpft hatten. Das ganze Zimmer war von Kabeln durchzogen. Mit den überall herausstehenden Kameras und den versteckten Maschinen sahen wir eher wie ein CIA-Labor aus als wie ein friedliches Bildungsportal. Und inmitten all dieser Verwirrung schlüpfte plötzlich jemand mit akrobatischen Pirouetten herein und hielt eine Kamera auf einem Stativ.
Es ist kaum zu glauben, dass sie morgen diesen riesigen Kasten von hier wegbringen. Ich bin wohl daran gewöhnt. Ab und zu gibt es da merkwürdige Sounds von einer Oktave ab, genau wie der Anfang von 'Csárdás' von Monti. Um sein Heulen wie ein abhebender 'Boeing' nicht zu hören, habe ich mir ein paar Radios gegeben, die ich abspiele, um nicht völlig durchzudrehen. Und jetzt? Wenn sie es entfernen? Nichts wird brummen. Ich werde nicht in Kabeln stolpern, mit der Aussicht, 'Pirogov' in kürzester Zeit zu besuchen. Ich werde nicht wie ein Medienstar im Büromaßstab spielen. Naja, es hat auch seine guten Seiten. Das Büro wird sein gemessenes Leben wieder aufnehmen. Die Computerfachsprache wird durch Scherze und Lachen verdrängt (nicht dass diese je völlig in der 'Kabinata' gefehlt hätten). Und endlich werde ich diesen Artikel fertig schreiben. Oder eigentlich... Vielleicht schreibe ich lieber einen anderen. Über wie wir uns auf Web 2009 vorbereitet haben 🙂